Lock-On Modern Air Combat





Du willst also wirklich Pilot werden!?

Ich weiß gar nicht, wie oft ich in den letzen Jahren danach gefragt wurde, wie man Kampfflieger beim Militär wird. Insbesondere die jüngeren Simulatorfans stellen diese Frage wieder und wieder. Sie schwärmen davon, wie toll die Fliegerei in all diesen Simulationen ist, und sie sehnen sich danach, einen echten Jet zu fliegen. Nun, viele werden sich schon oft die gleiche Frage gestellt haben. Viele träumen auch einfach nur davon, eines Tages Pilot zu werden, egal was für ein Pilot. Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern, wie alt ich war, als ich anfing, allen zu erzählen, dass ich Pilot werden wollte. Ich weiß nur, dass ich noch sehr klein war, vielleicht drei oder vier. Das Interesse am Fliegen kam von mir selbst, denn niemand in meiner Familie hatte auch nur im entferntesten Etwas mit Flugzeugen oder der Fliegerei zu tun. Ich habe diesen Traum gehegt und gepflegt, und so wurde aus dem kleinen Funken eine flammende Begeisterung für das Fliegen. Als ich ungefähr 14 war, ging ich endlich zu einem kleinen Flughafen in der Nähe und machte einen Rundflug. Von diesem Moment an war ich der Fliegerei völlig verfallen! Ich wusste, dass ich von nun an für den Rest meines Lebens vom Fliegen besessen sein würde. Später, auf der High School, begann ich langsam, meine eigenen Ansichten zu entwickeln. Da mein Vater sich sehr für Geschichte interessierte, lernte ich durch ihn eine Menge über die Geschichte der Vereinigten Staaten, viel mehr, als der durchschnittliche amerikanische Teenager. Ich erfuhr von den vielen Kriegen, in denen viele Helden dafür gekämpft haben, dass dieses Land ein freies Land wird und dass ich letztlich selbst wählen kann, wie ich mein Leben leben will. Das machte mich zu einem großen Patrioten, der ich auch heute noch bin.

Irgendwann in meinen letzten zwei Jahren auf der High School wurde mir klar, dass es meine Pflicht war, meinem Land zu dienen. Dieser Wunsch und meine Begeisterung für das Fliegen ließen nur eine Lösung zu: Ich wollte Kampfpilot werden! Ich wollte mir ein schnelles Kampfflugzeug unter den Hintern schnallen und es allen zeigen. Ich war jung und davon überzeugt, unsterblich zu sein. Glücklicherweise habe ich diesen Abschnitt meines Lebens überhaupt überlebt. Ich war ein junger Wilder wie er im Buche steht, und bei allem was ich tat, ging ich bis an die Grenzen. Aber es gelang mir trotzdem, mich fest auf mein Ziel zu konzentrieren, eines Tages als Pilot eines Kampfflugzeugs mein Land verteidigen zu können.

Mein Erfolgswille verdrängte nahezu jeden anderen Gedanken in meinem Leben. Selbst Sport und Mädchen konnten mich nicht von meinem Weg abbringen. Ich lebte nur für das Ziel, das ich mir gesteckt hatte. Dieses Ziel steckte mir immer im Hinterkopf, und immer, wenn es schwierige Situationen oder Enttäuschungen auf meinem Weg gab, dachte ich an mein Ziel, und das baute mich immer wieder auf. Du wirst dich wundern, was du alles kannst und schaffst, wenn du Dein Ziel wirklich und wahrhaftig erreichen willst. Auf diesen Aspekt konzentriere ich mich immer am meisten, wenn ich anderen Menschen Ratschläge gebe, die sich für die Fliegerlaufbahn interessieren: Du musst es wirklich wollen, nur dann kannst du all die Hindernisse aus dem Weg räumen, die sich zwischen Dir und Deinem Ziel auftürmen werden.

Es ist zwar schon eine ziemlich lange Zeit her, dass ich meinen Weg ins Cockpit einer F-18 angetreten habe, aber im wesentlichen ist das Auswahlverfahren auch heute noch das gleiche. Zunächst einmal musst du körperlich fit sein, das ist die wichtigste Grundvoraussetzung. Schulsport und ein Sportverein können helfen, körperlich und mental fit zu bleiben. Es ist zwar nicht allzu schwierig, die sportlichen Anforderungen bei den Fliegern zu erfüllen, aber natürlich schadet es nicht, wenn man darauf vorbereitet ist. Und wenn es dann drauf ankommt, braucht man sich keine großen Sorgen über die eigene Leistungsfähigkeit zu machen. Aber zwei weitere Aspekte, die man beim Sport weiter entwickeln kann, sind viel wichtiger, nämlich Teamgeist und die Übernahme von Führungsaufgaben. Dies ist im Laufe des Auswahlverfahrens sehr wichtig, da diese Qualitäten bei einem Offizier unbedingt verlangt werden. Außerdem ist es natürlich wichtig, in der Schule am Ball zu bleiben und anständige Noten zu bekommen. Man muss zwar kein Spitzenschüler sein, aber es ist schon günstig, wenn man zeigen kann, dass man die anderen Anforderungen erfüllen und trotzdem gleichzeitig in der Schule gute Leistungen bringen kann. Ich werde oft gefragt, welche Fächer man denn in der Schule belegen sollte, aber das spielt eigentlich gar keine so große Rolle. Ich kannte viele Flieger, die Abschlüsse in Wirtschaftswissenschaften, Jura oder sogar Kunst hatten. Ich allerdings wollte so dringend fliegen, dass ich mir sogar ein College gesucht habe, bei dem ich im Rahmen meines Abschlusses fliegen lernen konnte. Ich bekam bei meinem Abschuss den Titel Magister der Luftfahrttechnik. Die Flugerfahrung, die ich während meiner Schulzeit sammeln konnte, war mir bei der späteren Flug-Grundausbildung beim Militär eine große Hilfe. Flugerfahrung ist natürlich immer ein Vorteil, egal bei welcher Waffengattung man zur Fliegerausbildung kommt. Natürlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass man nun das Fliegen nun noch mal neu lernt, sozusagen "nach Art der Marine" oder "nach Art der Luftwaffe". Wenn man mit einer offenen und positiven Einstellung an die Sache herangeht, dann gibt es keine Probleme. Es schadet übrigens auch nicht, wenn im Lebenslauf etwas von Vereinen oder einem politischen Engagement in der Schule steht. An all diese Dinge sollte man während der gesamten High-School- und College-Zeit denken. Je eher man aktiv wird, desto besser.

Wenn man dann seine Entscheidung endgültig getroffen hat, dann müssen die nächsten Schritte folgen. Alle Waffengattungen bieten verschiedene Ausbildungsprogramme und -möglichkeiten an, und diese ändern sich recht häufig. Man sollte ins nächste Freiwilligenbüro gehen, und sich mit den Männern und Frauen dort einmal unterhalten, denn man muss sich darüber klar werden, was nun für einen selbst am besten ist. Die Leute der Rekrutierungsbüros erteilen gerne zu allen Fragen Auskunft und auch Online findet man eine große Menge an Informationen. Wenn man seine Entscheidung getroffen hat, dann ist es natürlich ganz wichtig, auch dabei zu bleiben - und es lohnt sich auch. Ich bin wirklich stolz darauf, dass ich meinem Land dienen konnte und zum Schutz der Freiheit beitragen konnte, die wir alle als so selbstverständlich ansehen. Es gibt nur wenige Dinge in meinem Leben, die mir wertvoller sind, als meine Goldenen Schwingen von der US-Marine. Die Erfahrung, von einem mächtigen Flugzeugträger zu starten und nach erfüllter Mission wieder darauf zu landen, ist etwas, das ich niemals vergessen werde. Ich bin stolz darauf, zu den Jungs mit den Fanghaken zu gehören, und ich zeige das auch ganz offen.
Die Fliegerlaufbahn ist sicher nicht für jeden das Richtige. Aber man macht dabei eine Menge an wertvollen Erfahrungen, von denen man sein ganzes Leben lang zehren kann. Die Tatsache, dass ich ausgebildeter Marinepilot und Offizier bin, hat mir schon einige Türen geöffnet, auch nach meinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst. Ich würde das um nichts in der Welt eintauschen. Ich kann jedem, der die Herausforderung annehmen will, nur von ganzem Herzen dazu raten.

Ich erinnere mich immer gerne an eines meiner Lieblingszitate von Theodore Roosevelt:

"Es ist weit besser, große Dinge zu wagen, ruhmreiche Triumphe zu erringen, auch wenn es manchmal bedeutet, Niederlagen einzustecken, als sich zu den Krämerseelen zu gesellen, die weder große Freude noch großen Schmerz empfinden, weil sie im grauen Zwielicht leben, das weder Sieg noch Niederlage kennt."

Nichts ist auch nur entfernt mit dem Gefühl vergleichbar, einen modernen Kampfjet zu fliegen. Das Flugzeug wird gewissermaßen ein Teil Deines Körpers und du kannst Dinge tun, die die meisten Menschen niemals tun können. Falls du diese Chance einmal bekommst, darfst du sie auf keinen Fall verpassen. Du wirst es nicht bereuen!

Jim "Hornit" Campisi


Screenshots